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Die Mutanten des Kreml

Elena Tregubova
Die Mutanten des Kreml
Mein Leben in Putins Reich


Um 13 Uhr 45 klingelte mein Telefon, es war die Taxizentrale (aus irgendeinem Grund fiel mir auf, daß es diesmal eine andere Stimme war, nicht die Frau, die beim ersten Mal angerufen hatte).
»Junge Frau, unser Fahrer wird schon unruhig! Wann kommen Sie denn runter?«
»Sofort, sofort! Ich flehe Sie an, er soll bitte warten! Ich komme sofort, in einer Minute bin ich unten!« schnatterte ich in den Hörer, den ich akrobatisch mit Schulter und Kinn gegen das Ohr drückte, während meine eine Hand hastig einen Stiefel zumachte und die andere gewaltsam versuchte, in eine ohnehin zum Platzen volle Tasche noch mein Buch hineinzustopfen, das ich zynischerweise als Geburtstagsgeschenk für meine Lehrerin zu mißbrauchen gedachte – hoffnungslos chaotisch, wie ich war, hatte ich es nicht geschafft, rechtzeitig ein richtiges Geschenk zu besorgen.
Ich wollte schon aus der Wohnung rennen, bremste aber noch einmal vor dem Spiegel. »Nein, also mit so einer wilden Mähne auf dem Kopf kann ich dort unmöglich hingehen … Der typische Tregubova-Stil ist das: ›Eben aus dem Bett gesprungen‹.«
Ich feuchtete meine Hände an und versuchte noch schnell, meine Frisur wenigstens ein bißchen zu glätten. Und blieb eine Sekunde länger vor dem Spiegel stehen.
Diese Sekunde hat mir das Leben gerettet. Denn genau in diesem Moment gab es vor meiner Tür eine Explosion …

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